Diese Erzählung fällt mir etwas schwer wirklich nieder zu schreiben, ist sie jedoch ein großes Eingeständnis, dass ich durch diesen Text jedoch sehr gut verarbeiten kann.

Aber fangen wir von vorne an.

Es geht um einen Mann, diesen kenne ich seit bestimmt 8 oder 9 Jahren. Gegenseitiges sexuelles Interesse war da- aus diversen Gründen hatte sich jedoch nie etwas ergeben.

Das Interesse wurde meinerseits durch Corona wohl wieder stärker, hatte wieder Lust mit Personen in Kontakt zu treten, wo es sich irgendwie verlief. Man hatte ja plötzlich mehr Zeit sich damit zu beschäftigten. Nicht aber um mit ihm Sex zu haben, sondern einfach um den Kontakt wieder aufzufrischen

Well…it escalated quickly 🙂

Per Zufall löste er in mir eine sehr starke devote Neigung ihm gegenüber aus. Es war nie beabsichtigt. Oder gar auch nur gedanklich in Erwägung gezogen worden. Ich habe ihn ganz anders kennengelernt und habe daher sogar eine solche Bindung ihm gegenüber irgendwie ausgeschlossen. Naja, so kann man sich irren.

Nun und damit beginnt der Crux, natürlich macht man sich Hoffnung hat Wünsche. Ja ich wollte seine Sub sein. Ein Verhältnis in der das Machtgefälle gelegentlich nur zu Tage tritt würde ich zwar eingehen, doch würde es mir reichen? Ich habe mich da am Anfang, im Nachhinein betrachtet, auch arg reingesteigert.

Diese Hoffnung wurde genährt durch unser Verhalten. Zumindest zwischenzeitlich. Und mir war bewusst, dass ich zwar dieses Gefühl ihm gegenüber hatte, er mir aber gegenüber nicht und es einfach ein Experiment ist.

Ich verstand es, akzeptierte es. Ich merkte selbst schon während der Zeit “Hey Mädchen..fahr mal nen Gang runter, das wird sogar dir zu anstrengend”

Zum Glück kam der Urlaub dazwischen. Sodass ich mich wirklich voll auf meinen Mann konzentrieren konnte und ja das tat sowas von gut.

Natürlich schrieben wir, aber diese Distanz, gerade räumlich, tat mir extrem gut. Ich begann über mein Verhalten nachzudenken. Habe mich selbst dafür Ohrfeigen können, wie dumm ich war. Dass mein Verhalten absolut kindisch war. Es löste eine gewisse Angst aus. Zweifel. Habe ich ihn bedrängt? Habe ich alles kaputt gemacht? Will er überhaupt noch Kontakt zu mir?

Im nächsten Moment schalt ich mir, dass er mir aber bereits geschrieben hatte, dass wenn es ihm zuviel würde, er es direkt kommuniziert. Darum habe ich sogar gebeten. Ich habe Jahre vorher bereits gelernt, direkt zu fragen, wenn ich mir bei etwas unsicher bin. Also fragte ich ihn, ob er sich von mir bedrängt fühlte. Er verneinte.

Und ja das beruhigte mich, löschte diese Zweifel tatsächlich aus. Ich konnte durchatmen.

Ich merkte, dass diese zu Beginn ziemlich devote Art etwas nachlies. Wahrscheinlich, war ich am Anfang einfach überwältigt, überfordert und gleichzeitig genoss ich dieses Prickeln.

Ja ich wünschte mir immer noch seine Sub zu werden. Nicht bloß ein Spielzeug-Eine Frau für die Gelegenheit zwischendurch.

Aber dann prasselte die Realität auf mich ein.

Bereits bevor er es sagte und bevor ich es auch für mich nochmal laut aussprach ahnte ich, dass ich…zumindest in naher Zukunft, nicht diese Position einnehmen würde.

Er hat eine Frau kennengelernt und ich merkte, dass da eine ganz andere Chemie ist. Interessenmäßig aber auch von der Art her. Man kann es weibliche Intuition nennen, oder wie auch immer. Also zog ich mich zurück.

Ich musste schnell diese Hoffnung so verarbeiten, dass ich psychisch davon keinen Schaden nahm. Ich bin zwar in vielen Dingen selbstbewusst. Auch ist mir vollkommen klar, dass eine Hoffnung keine Garantie ist und ich habe auch nie mit diesem finalen Schritt gerechnet, ist mir sehr wohl bewusst, dass sowas im Zweifel Zeit benötigt.

Ich bin durch zuviel Scheiße gegangen, als dass ich mich durch sowas unterkriegen lassen wollte. Schließlich mochte und mag ich diesen Mann auch unabhängig von dem Aspekt des BDSM und wollte auch immer noch mit ihm Sex haben. Er war und ist in der Form immer noch attraktiv für mich.

Aber ich werde mich hüten eine Art Eifersucht zu entwickeln, bie etwas was niemals garantiert war.

Und dennoch tat die Realität weh. Es ist immer was anderes, als es sich zu denken und dann doch von seinem Gegenüber zu hören.

Ich fragte ihn, als er zufällig spontan Zeit hatte und mich besuchte : Wäre Sie eine potentielle Sub? Er bejahte. Ein Stich. Aber ich sagte zu ihm : Ja, irgendwie passt das.

Und das meinte ich auch so.

Ich dachte mir so: Gut, damit sind klare Grenzen geschaffen. Ich werde mich nicht in eine solche Findungsphase einmischen oder mich versuchen dazwischen zu drängen. Am Ende würde ich nur den kürzeren ziehen und einen Menschen verlieren, den ich doch recht schätze auch über das sexuelle hinaus.

Das mag recht kitschig klingen, aber ich kannte diesen Mann schon lange vor dieser Empfindung. Daher wäre es für mich irgendwo eine Art Verlust.

Die Realität prasselte auf mich ein. Die Hoffnung werde ich nicht aufgeben aber ich lasse sie nicht über mich und mein Verhalten bestimmen lassen. Da ist es wie mit der Eifersucht. Man muss das Gefühl beherrschen, nicht das Gefühl sich.

Ich leugne nicht, dass ich diese unterschwellige Dominanz, der er mir zwischendurch zeigt…gut…die ich zwischendurch mit voller Absicht hervorrufe, aufsauge wie ein Schwamm. Aber genauso habe ich den Sex genossen, auch wenn ich mir irgendwie selbst im Weg stand. Keine Ahnung woran das lag. Warum ich so schüchtern war plötzlich. Ich hoffe er genoss es auch irgendwie, ihn zu fragen traue ich mich nicht. Ist das dumm? Ja. Aber damit komme ich erstaunlich gut zurecht, glaube ich doch, wenn ihn wirklich was gestört hätte, er es mir sagen würde.

Und wie sieht nun meine Realität aus? Ist sie ein Trümmerhaufen?

Mitnichten. Sie hat maximal ein paar Risse bekommen. Diese sind zu kitten. Ich lass mich davon nicht unterkriegen. Ich möchte nicht leugnen, dass es mich ein wenig traurig macht. Aber so ist das nunmal. Man kann keine Gefühle erzwingen. Umso mehr genieße ich das was ich mit ihm habe bzw. was er bereit ist mir zu geben.

Klingt ein wenig abhängig oder? Ich möchte betonen, nein bin ich nicht.

Ich genieße lediglich dieses Gefühl was er auslöst. Und dieses Gefühl bekomme ich auch als sein Spielzeug vermittelt. Dies habe ich festgestellt.

Und das erleichtert mich auch irgendwo zutiefst.

Final möchte ich sagen. Es geht mir gut. Die Realität kann weh tun. Und ja dieses Wissen schmerzt. Aber man lernt damit umzugehen. Daher verarbeite ich es auf meine Art. Mit diesem Blog. Es tut gut die Situation nochmal in Worte zu fassen, auch wenn sie in dem Moment nochmal schmerzen. Aber ich fühle mich jetzt so unfassbar frei.

Ich freue mich für ihn, dass er möglicherweise eine Frau gefunden hat, die seine Bedürfnisse in der Hinsicht befriedigen kann.

Die Realität kann eine Hoffnung zerstören. Aber sie zerstört nicht den Menschen. Man wächst daraus. Man macht das Beste aus seiner Situation. Lernt damit umzugehen. Nur so kann man sich weiterentwickeln.

Sollte es sich irgendwann ergeben, dass es bei ihm “Klick” macht und ich seine Sub sein darf, so werde ich, Stand jetzt, mich freuen und diese Position gerne einnehmen.

Gruß

Eure Soul