Hallo ihr. Es wird mal Zeit von meiner aktuellen Situation zu sprechen und ein wenig meine Emotionen zu verarbeiten und einfach rauszuschreiben.

Aber, wie fing das alles an? Wie wurde mir bewusst, dass da gerade etwas schief läuft?

Beginnen wir von vorn.

Mein Partner, welcher auch mein Dom ist, haben uns im vergangenen Jahr das “Ja-Wort” gegeben. Und so schön dieses Ereignis auch ist, desto stressiger ist auch irgendwie die Zeit davor. Positiver Stress, aber Stress. Hinzukommt, dass wir beide auf Grund unserer Arbeit kaum noch wirklich Zeit miteinander verbracht haben.

Das führte dazu, dass ich beruflich etwas kürzer trat und mir einen Tag in der Woche frei nahm. Einfach um durchzuatmen, in Ruhe planen zu können. Diese Reduzierung war nur auf Zeit. Aber sie tat gut.

Mit mehr Energie stürzte ich mich dann in die Planungen für die Hochzeit. Ich freute mich, selbstverständlich. Jedoch kam es aus Gründen dazu, dass etwas Negatives einen leichten Schatten warf. Darauf werde und möchte ich jedoch nicht eingehen, da es mehrere Personen betrifft. Aber auch das standen mein Mann und ich gemeinsam durch. Es sollte unser Tag sein.

Aber auf Grund des ganzen Stresses, der Planungen..könnt ihr es euch bestimmt denken. Die Luft war raus, was das Sexuelle angeht. Sodass wir nach mehreren Monaten sogar wirklich erst wieder Sex nach unserer kirchlichen Hochzeit hatten. Wir hatten nicht mal mehr ein wirkliches BDSM Verhältnis.

Diese sexuelle Unlust bei mir, ist für mich sehr frustrierend. Weiß ich doch, dass mein Mann manchmal einfach möchte aber ich es ihm nicht geben kann, weil es für mich dann “notgedrungen” ist. Und ich habe mir in dem Kontext geschworen, mich durch sowas nicht mehr verbiegen zu lassen.

Problem ist jedoch, dass diese Unlust immer noch anhält. Zusätzlich verstärkt durch zwei Dinge : Mein Mann offenbahrte mir, dass er aktuell keine Lust auf BDSM mit mir hat, dafür aber mit anderen und, dass ich aktuell sehr unzufrieden mit meinem Körper bin.

Am letzteren arbeite ich schon. Sowohl aus ästhetischen, als auch aus gesundheitlichen Gründen.

Ersteres, daran habe ich sehr zu knacken. Habe ihm auch direkt gesagt, dass er dann Sessions mit anderen knicken kann. Er versteht diesen Grund und akzeptiert das, jedoch steht das immer irgendwie zwischen uns.

Auf Grund dieses ganzen Dramas kam folgendes Problem hinzu: Eifersucht in einem ungesundem Maß. Bedeutet klar, ich habe das Gefühl, dass mein Mann immer andere vögeln möchte. Wir haben darüber schon ausführlich gesprochen und daher weiß mein Kopf, dass dieser Gedanke total dumm ist. Aber ist leider da.

Wir besuchen gerne Swinger Clubs. Wir führen eine offene Beziehung, haben jedoch mit anderen nur Sex wenn der jeweils andere anwesend ist. Das war für uns beide klar. Ich weiß von den wünschen meines Mannes und bin sogar, unter normalen psychischen Umstanden, auf der Suche nach wen passenden oder sag spontan im Club : Hey, magst du meinem Mann keinen Blowjob geben?

Ich steh da wirklich voll hinter. Nur aktuell kommt soviel zusammen, dass ich momentan nicht mal Interesse habe raus zu gehen. Weil diese unsinnigen Gedanken in meinem Kopf spuken. Weil ich sowohl sexuell wie auch privat (Job verloren) frustriert bin. Weil ich das Gefühl habe, dass das auf was ich mich bisher verlassen habe einfach zum Großteil wegbricht.

Und ja, dieses Gefühl ist echt scheiße.

Ich werde meinem Mann keine Schuld geben. Er kann nichts für meine Gedanken. Wir reden auch immer offen darüber. Jedoch fehlt mir das BDSM manchmal und ich will einfach niemand anderen als meinen Herrn anerkennen, weil ich mich trotz allem so wohl fühle. Und es gibt zwischendurch Momente, da ist mein Dom wieder da…und ach ja..seufz…

Wir reden darüber viel. Und er ist offen für Vorschläge. Bringt auch selbst welche. Er sagt: Ich muss raus, unter Leute. Und ja, es hilft mir, trotz der negativen Gedanken mittendrin, es zu verarbeiten. Ich werde entspannter, meistens während ich es zulasse, davor bin ich ein Nervenbündel.

Ob das alles so gut ist? Ich glaube daran, dass es so ist, denn ich vertraue und liebe schließlich meinen Partner. Er unterstützt mich wo er kann. Ist aber auch manchmal ratlos.

Also was tue ich aktuell? Ich achte mehr auf meine Ernährung, bin aber auch am Überlegen drastischere Schritte anzuwenden. Ich mache mehr Sport. Aber was mache ich mit der sexuellen Frustration? Auf das BDSM kann ich, auch wenn es mir zwischendurch fehlt, doch irgendwo noch eine Zeit verzichten, aber Sex? Wie kann ich mich selbst austricksen?

Das kann ich noch nicht beantworten. Ich stehe selbst ratlos dar und weiß noch nicht wohin mit mir. Ich weiß, setze ich mich zusehr unter Druck, wird das definitiv ein Schuss in den Ofen. Aber irgendwo..muss ich anfangen.

Mein Mann ist auch ratlos. Aber wir finden bestimmt einen Weg. Denn aktuell steht die Welt um mich herum still. Und das zählt zu den Dingen, die ich nicht leiden kann. Stillstand ist für mich Rückschritt. Ich möchte, dass es voran geht. Und ich weiß, dass ich das schaffen kannt.