Ein Machtgefälle ist für mich ein feststehender Begriff. Jemand hat in einem bestimmten Rahmen die Kontrolle, die andere Person eben nicht.

Diese Kontrolle kann zeitlich begrenzt sein, auf eine Person fixiert oder auf mehrere verteilt sein. Oder man hat mit diversen Personen unterschiedliche zeitgleiche, aber nicht gleichzeitige oder gar gleichtwertige Machtgefälle.

Kompliziert? Vielleicht ein wenig Klarheit.

Ich habe meinen Herrn, er ist allein schon meine sogenannte “Nummer 1” weil er eben auch mein Ehemann ist. Aber selbst vorher war er es. Denn er ist der Mann, dem ich wirklich gehören wollte. Er hat seinen Rahmen, indem er sich bewegt und in dem er machen kann, was ihm Spaß macht. Dann gab es Männer, die mich auch dominierten. Anders. Zeitlich begrenzt. Sie waren nicht weniger dominant als mein Mann. Ich wurde gleichzeitig bespielt, oder mal für eine gewisse Zeit überlassen. Der andere Dom durfte mich züchtigen, wenn ich ihm gegenüber frech wurde. Er hatte sozusagen seinen eigenen Rahmen, in welchem er sich frei bewegte.

Dann gibt es Situationen, in denen ich einfach nur mit anderen Männern vögeln möchte. Sie müssen für mich schon dominant sein, damit ich Spaß am Sex habe. Aber sie müssen mich nicht dominieren. Ich will diesen Männern überlassen werden, sie dürfen mich ficken, mich lecken, ich gebe diesen Männern Blowjobs und wir alle kommen auf unsere Kosten. Und mein Herr ergötzt sich daran, dass er mich anderen zur Verfügung stellt. Diese Männer haben also auch ihren eigenen Rahmen. In denen sie frei über mich verfügen können.

Dann gibt es auch Subs, die mehrere Spielpartner haben möchten.

Ich definiere einen Spielpartner darüber, dass diese Person niemals eine 24/7 Bindung zu mir aufbauen wird. Das Machtgefälle ist begrenzt. Zeitlich vor allem. Es wird höchstens auf die Vorbereitung zu einem Date ausgeweitet. Durch Anheizen, vielleicht auch Aufgaben. Wenn man dann nach dem Treffen wieder getrennte Wege geht, endet das Machtverhältnis, aber nicht die gegenseitige Fürsorge.

Ich könnte zum Beispiel nie zwei Doms haben, die mich zeitgleich bespielen und die gleichwertig nebeneinander stehen. Zumindest habe ich noch keinen zweiten Mann getroffen, der so ähnlich tickt wie mein Mann, dass diese untereinander schon fast Gedanken lesen. Dann wäre es wohl schon denkbar. Ansonsten zwei Doms, die in unterschiedlichen Richtungen spielen. Der eine ist vielleicht eher ein Sadist und bedient meine masochistische Seite…und der andere Dom, bedient meine devote Natur…oder ein Dom…der eher ein Rigger ist?

Das sind für mich alles Machtgefälle, mit unterschiedlicher Auslebung. Würde ich unter mehreren Doms sein und ein Dom möchte etwas von mir und es gibt keine klare Regelstruktur, würde ich wohl automatisch immer mit meinem Dom Rücksprache halten, oder mit der Person, welche auf mich aufpassen soll.

Es bedeutet aber auf gar keinen Fall, dass diese Männer für mich einen niederen Wert haben. Sie haben einen anderen Wert für mich. Sind mir anders wichtig. Sie werden nie den Platz meines Mannes bzw. Herrn einnehmen, aber meistens ist das selbsterklärend. Und in diesen Momenten befriedigen sie ein Bedürfnis von mir und meinem Mann. Entweder im BDSM Bereich…oder eben einfach weil ich mir die Seele aus dem Leib vögeln möchte.